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Überstunden: Übersicht behalten

04.11.2021 08:00:00

Tired Businessman at her Desk, Showing Yawning Gesture While Talking to Someone on Mobile Phone.-1

Wissen Sie, wie viele Überstunden in Ihrem Unternehmen gemacht werden? Werden diese aufgezeichnet, sodass die Beschäftigten diese bezahlt bekommen oder sie abbauen können? 

Wir haben ein Whitepaper erstellt, in dem Sie eine Übersicht erhalten, ob Überstunden bezahlt werden müssen, wann sie angeordnet werden können sowie Tipps zur Reduktion von Überstunden

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Was sind Überstunden?

Überstunden definiert die Überschreitung der vom einzelnen Arbeitnehmenden geschuldeten arbeitsvertraglich oder tarifvertraglich festgelegten Arbeitszeit.
Überstunden sind nicht mit dem Begriff “Mehrarbeit” zu verwechseln. Mehrarbeit beschreibt die Arbeitszeit, die über die tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden hinausgeht und innerhalb von 24 Wochen ausgeglichen werden muss (§ 3, ArbZG). Das bedeutet, dass diese sich auf das Arbeitszeitrecht bezieht und nicht auf die Vergütung.
Überstunden werden entweder von dem Arbeitgebenden angeordnet oder geduldet. Dennoch müssen auch bei Überstunden die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes bzgl. der Höchstarbeitszeit und der Ruhezeiten zwischen zwei Arbeitstagen eingehalten werden. 

 

 

So viele Überstunden machen die Beschäftigten in Deutschland


Die Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) spiegelt die geleisteten Überstunden im Pandemiejahr 2020 wider. Insgesamt wurden 1,67 Milliarden Überstunden 2020, dabei 775 Millionen bezahlt (2019: 915 Millionen) und 892 Millionen (2019: 948 Millionen) unbezahlt, absolviert. Die geleisteten Überstunden sinken durchschnittlich seit der Finanzkrise 2009. 2020 lagen die bezahlten Überstunden bei 19 Stunden pro Kopf, während die unbezahlten sich bei 21,9 Stunden befinden.

Hier finden Sie eine Statistik zu den Überstunden der Arbeitnehmenden in  Deutschland.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Überstunden und der Gehaltshöhe. Beschäftigte, die ein Jahresentgelt von bis zu 20.000 Euro im Jahr haben, leisten durchschnittlich 1,7 Überstunden pro Woche. Arbeitnehmende mit einem Jahresentgelt von 40.000 bis 60.000 Euro machen durchschnittlich 2,7 Überstunden pro Woche. Diese Anzahl von Überstunden erhöhen sich auf sechs pro Woche, wenn es sich um Fachkräfte mit einem Jahresgehalt von über 120.000 Euro handelt.
Ebenfalls steigt mit zunehmendem Alter auch die Anzahl der geleisteten Überstunden. Mit durchschnittlich 4,7 Überstunden pro Woche leisten Beschäftigte in Unternehmensberatungen im Vergleich zu anderen Branchen am meisten Überstunden. 

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Generell lässt sich ein Trend zu weniger bezahlten Überstunden feststellen, der vor allem durch den Strukturwandel am Arbeitsmarkt und den neuen Instrumenten zur Arbeitszeitflexibilisierung sowie den Arbeitszeitkonten zu erklären ist. 

Arbeitszeitkonten führen zur Flexibilisierung

Ein modernes Instrument der Zeitbewirtschaftung sind Arbeitszeitkonten, die die transitorischen Überstunden erfassen können. Dieses Instrument führt zu einer hohen Flexibilität, da eine variable Verteilung der Arbeitszeit verwaltet und reguliert werden kann. Somit werden mehr bzw. weniger als die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit mit Zeitguthaben bzw. -schulden auf Arbeitszeitkonten dokumentiert.
Ebenfalls kann mit dieser Methode flexibel auf Auftragsschwankungen reagiert werden.
2018 besaßen 35 Prozent der Betriebe Arbeitszeitkonten (Statista, 2019).

Unterschiede Bezahlte Überstunden, Unbezahlte Überstunden, Transistorische Überstunden

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Arbeitszeitkonten zu führen. Zum einen kann man Arbeitszeitkonten handschriftlich oder mit Excel festhalten, jedoch kostet das Updaten der Arbeitszeit für jeden einzelnen Arbeitnehmenden viel Zeit und Nerven und ist stark fehleranfällig. Zum anderen gibt es die Möglichkeit einer Software zur Zeiterfassung, bei der das Arbeitszeitkonto auf Basis der erfassten Arbeitszeiten täglich automatisch aktualisiert wird.
Diese Möglichkeit bietet viele Vorteile, die hier nachzulesen sind. 


Funktionen einer Online-Zeiterfassung

Arbeitszeiterfassung Die Erfassung der gesamten tatsächlichen Arbeitszeit gehört zur Grundausstattung einer Zeiterfassungs-Software. Dabei berechnet sie die Zeit vom Einstempeln bei Dienstbeginn bis zum Ausstempeln bei Arbeitsende.
Berechnung von Pausen­zeiten Es gibt verschiedene Regeln für die Pausenberechnung. Entweder das sekundengenaue Stempeln von Pausen oder der automatische Abzug von Pausenzeiten gemäß den gesetzlichen Vorschriften. Im Idealfall sollte für jedes Arbeitszeitmodell eine eigene Pausenregelung zu hinterlegen sein.
Ver­waltung von Abwesen­heiten Abwesenheiten (Urlaub, Krankheit, Sonderurlaub, etc.) online verwalten zu können, erspart viel Zeit und Aufwand. Die Einrichtung individueller Abwesenheiten, E-Mail-Benachrichtigungen, wenn der Abwesenheitsantrag genehmigt wurde und unkomplizierte Genehmigungs-Workflows stellen wichtige Unterfunktionen dar.
Employee-Self-Service-Portal Sorgen Sie für mehr Transparenz! Mit einem Self-Service-Portal haben Ihre Mitarbeitenden ihr Stundensaldo jederzeit im Blick. Auch Urlaubsanträge können so ganz bequem eingereicht werden.
Einbe­ziehung verschie­dener Arbeits­zeit­modelle Jedes Unternehmen hat verschiedene Arbeitszeitmodelle. Eine gute Zeiterfassungs-Software ist in der Lage verschiedene Modelle einzurichten und jedem Mitarbeiter das passende Modell zuzuweisen. Dabei enthalten die Arbeitszeitmodelle die tägliche bzw. wöchentliche Arbeitszeit, Pausenzeiten, Urlaubstage und Überstundenregelungen.
Schnitt­stellen zu anderen Abteilungen Verfügt die Software für Zeiterfassung über eine Schnittstelle zur Personalabrechnung, können beispielsweise Überstunden direkt abgerechnet werden. Die aufwendige Berechnung von Arbeitszeiten & Überstunden, die bei einfachen Handzetteln nötig wäre, bleibt den Verantwortlichen dadurch erspart.
Projekt­zeit­erfassung Die Zeiten, die für einzelne Projekte aufgebracht werden, müssen genau dokumentiert werden, um sie dem Kunden anschließend in Rechnung stellen zu können. Mit einer Zeiterfassungs-Software, die auch die Projektzeiten erfassen kann, können Sie Projekte, Tätigkeiten und Stundensätze genau definieren. Die Mitarbeitenden können ihre Zeiten somit genau dem jeweiligen Projekt zuordnen.

 

Fazit

Auch wenn die Überstunden 2020 geringer sind als die Jahre zuvor, leisten trotzdem noch genügend Beschäftigte tagtäglich Stunden über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus. Da Überstunden eine Gesundheitsgefahr darstellen, sollten Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, inwiefern eine Art Kontrolle über die maximale Überstundenanzahl gewährleistet werden kann. Ein geeignetes Instrument stellen digitale Arbeitszeitkonten dar, wie z.B. in einer Software für Zeiterfassung.

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Jasmin Sturm

Geschrieben von Jasmin Sturm

Der Sonnenschein unseres Teams: Immer fröhlich und tatkräftig füllt Jasmin als Social Media-Verantwortliche unsere sozialen Kanäle mit Leben. Als studierte Markt- & Konsumentenpsychologin ist sie in unserer Redaktionsplanung nicht mehr wegzudenken.

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