21. Oktober 2011
Am Donnerstag, 20. Oktober 2011 hat in Rietberg zum dritten Mal das Fachseminar „work-life-competence“ stattgefunden. Elke Pauly, Ulla Aulenbacher Werche und Volker Johannhörster informierten Unternehmer und Mitarbeiter aus der Region zum Thema Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Der Nachmittag startete im Hotel Lind mit Fachvorträgen zu der Vielfältigkeit der Thematik und dessen Handlungsspielräumen speziell auch für kleine und mittelständische Unternehmen. Die drei qualifizierten Berater für familienfreundliche Arbeitswelt wiesen auf die Wichtigkeit von work-life-competence Maßnahmen für Unternehmen besonders in Zeiten des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und der Vernetzung hin.
Elke Pauly, selbständige Kommunikationstrainerin, zeigte aktuelle Trends und Entwicklungen auf. „Wir nehmen bewusst Abstand von dem Begriff work life balance, da es für uns vielmehr eine Kompetenz ist Privatleben und Beruf in Einklang zu bringen ohne dabei dauerhaft ein 50:50 Verhältnis vorauszusetzen.“ Die Seminarteilnehmer erfuhren, dass aktuellen Studien zu Folge die Familienfreundlichkeit für Bewerber häufiger sogar wichtiger sei, als das Gehalt. Hintergrund hierbei ist auch die Entwicklung eines veränderten Rollenverständnisses von Frauen und Männern. Die Männer seien nicht mehr ausschließlich Ernährer und die Frauen nicht mehr ausschließlich Mutter und Hausfrau, so Elke Pauly. Jens Krukenmeyer, Marktleiter der Lüning Handels-GmbH & Co. KG, vergleicht die Entwicklung damit, dass wie beim Buffet einer den Anfang machen muss, erst dann ziehen andere nach.
Nach offener Diskussionsrunde zeigte Ulla Aulenbacher Werche auf, wie die Teilnehmer ihre Mitarbeiter motivieren und an ihr Unternehmen binden können. „Überall wo wir Leistung erbringen sind wir auch Mensch.“ betonte die Psychologin. Entsprechend stellt sich immer die Frage der Vereinbarkeit dieser beiden Aspekte. Manchmal seien es bereits Kleinigkeiten, wie darüber nachzudenken, ob der Mitarbeiter an einer etwas anderen Stelle effizienter und entsprechend zufriedener sei. Thomas Echterhoff, Inhaber des gleichnamigen Garten- und Landschaftsbau Betriebs ergänzte, dass Unternehmen auch von anderen lernen können. So habe er sich nach einem Hinweis eines bekannten Unternehmers alle Geburtstage seiner Mitarbeiter notiert, um jeden persönlich gratulieren zu können. Der Mitarbeiter benötigt Aufmerksamkeit und möchte neben seiner Leistung auch als Mensch gesehen werden. In Zeiten eines starken Leistungsdenkens, wird Depression als häufigster Grund für eine vorzeitige Berentung benannt. Das begründet den Trend von der Reparaturmedizin hin zur Gesundheitsvorsorge, so Ulla Aulenbacher Werche.
Volker Johannhörster, Geschäftsführer der p.l.i. solutions GmbH, führte weiterhin auf, dass die durchschnittlichen Kosten pro Mitarbeiter durch Fehlzeiten ca. 1.200 Euro betragen. Auf Grund von Präsentismus (Arbeiten trotz Krankheit) erhöhe sich diese Zahl um nochmal etwa 2.400 Euro. Neben zahlreichen Praxisbeispielen und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung von work-life-competence Ansätzen, erfuhren die Teilnehmer am Beispiel der p.l.i. solutions GmbH an welchen Stellen praxisnah angesetzt werden kann. „Bieten Sie auch Teilzeitarbeit mit einem Stundenvolumen von 32 Stunden an und oder schaffen Sie Urlaubszeiten über die Möglichkeit von Arbeitsstundenabbau“. Volker Johannhörster betonte weiterhin: „Haben Sie einen langen Atem und Durchhaltevermögen. Besonders in kleinen Unternehmen haben Sie die Chance Maßnahmen zu testen.“
Gegen 17:15 Uhr fasste Elke Pauly den Nachmittag zusammen. „Familienorientierung reicht also nicht aus. Vielmehr ist eine Lebensorientierung und Gesundheitsprävention nötig.“ Die Teilnehmer diskutierten bei Fingerfood interessiert untereinander weiter. Man ist nicht Opfer seiner Umstände, sondern hat Gestaltungsspielraum.
Pressekontakt:
Maureen Weber, p.l.i. solutions GmbH, Titanweg 14, 33415 Verl
Fon: 05246 / 70 87-25, E-Mail: mweber@pli-solutions.de
Hintergrund:
Das Netzwerk „Familienorientierte Arbeitswelt“
Ulla Aulenbacher Werche, Psychologin; Volker Johannhörster, Diplom-Wirtschaftsingenieur und Elke Pauly, Diplom-Pädagogin durchliefen eine einjährige Qualifizierung zum „Berater für familienfreundliche Arbeitswelt“. Sie haben langjährige Erfahrung in den Bereichen Personal- und Organisationsentwicklung, Unternehmensberatung und Prozessoptimierung.
Für die Unternehmen analysieren sie bereits vorhandene Maßnahmen familienorientierter Personalpolitik, um Bedarfe zu erkennen und gezielt weiter zu entwickeln.
Sie beleuchten den Dialog zwischen Unternehmensführung und Beschäftigten sowie die Kommunikation zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. In enger Kooperation mit den Kunden entwickeln sie individuelle Lösungen, um die Balance zwischen Lebens- und Arbeitswelt langfristig zu sichern, das Unternehmen zu mehr Erfolg zu führen und die Zufriedenheit sowie Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen.